Die Arbeit einer Buchbinderei
Auch wenn es sich zunächst nach einem etwas altmodischen Beruf anhört, so bietet die Arbeit als Buchbinder doch viel Abwechslung und es handelt sich immer noch um eine anerkannte Tätigkeit, die auch im digitalen Zeitalter eine gute Berufsaussicht bietet. Ein Buchbinder bringt ein Druckwerk in einem letzten Arbeitsschritt in seine endgültige Form. Dabei wird in der Buchbinderei neben der Herstellung und der Verbindung des Buchblocks und der Buchdecke auch der Einband gestaltet. Bei der Gestaltung des Einbandes kann ein Buchbinder auch künstlerisch tätig werden, wenn der Einband entsprechend gewünscht wird. Auch die Reparatur beschädigter Bücher gehört zu den Aufgaben in der Buchbinderei.
Buchbinder damals und heute
Das Gewerbe der Buchbinderei entstand erst im späten Mittelalter, obwohl es Bücher schon Jahrhunderte vorher gab. Zunächst wurden die Bücher in reiner Handarbeit gebunden, bis im Laufe des 19. Jahrhunderts die maschinelle Großproduktion überwog. Bücher mussten immer schneller und in immer größerer Auflage gedruckt werden, weshalb der Einband ab dem 19. Jahrhundert überwiegend maschinell hergestellt wurde. Dazu entwickelten die Verleger einen speziellen Bucheinband, den sogenannten Verlagseinband, der gleich für die komplette Auflage eines Buches mithilfe von Maschinen hergestellt wurde. So wurden die Handwerker, die die Einbände noch von Hand herstellten, immer weniger. Doch auch heute ist der Beruf eines Buchbinders noch immer ein anerkannter Ausbildungsberuf, der sich in drei verschiedene Fachrichtungen unterteilt. Auszubildende können sich entscheiden, ob sie die Buchfertigung in Serie bevorzugen, ob sie in der seriellen Druckweiterverarbeitung arbeiten möchten oder ob sie die Einzelfertigung und die Sonderanfertigungen bevorzugen. Seit dem 01. August 2011 gibt es außerdem den neuen Ausbildungsberuf zum Medientechnologen Druckverarbeitung, der von Industriebetrieben angeboten wird.
Die Ausbildung zum Buchbinder
Um einen Ausbildungsplatz in der Buchbinderei zu erhalten, sollten die Bewerber entweder über einen guten Hauptschulabschluss oder über einen mittleren Schulabschluss verfügen. Die Ausbildung selbst dauert drei Jahre. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung besteht die Möglichkeit, eine Meisterschule zu besuchen und sich zum Meister ausbilden zu lassen. Doch auch eine Weiterbildung in Bezug auf Restaurierungsarbeiten ist denkbar oder eine anschließende Ausbildung zum Gestalter im Handwerk. Einen Arbeitsplatz finden Buchbinder nicht nur im Buchdruck, sondern auch bei Herstellern von Zeitschriften, Kalendern, Notizbüchern, Broschüren oder Prospekten.










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