Die Medikamentenpreise in Deutschland

Seit dem 1. Januar 2012 müssen gesetzlich Versicherte in Deutschland für etwa 3.000 weitere Medikamente zuzahlen. Die Zuzahlung kann pro Packung bis zu 10 Euro betragen. Die Zahl zuzahlungsfreier Medikamente ist damit auf 5.524 gesunken, bei insgesamt 30.317 verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Um welche Arzneien handelt es sich?
Es geht um alles, was es in der Apotheke gibt, angefangen bei Schmerzmitteln über Magen-Darm-Medikamente bis zu Helfern für den Kreislauf. Etwa 100 Medikamente gelten als Topseller in der Apotheke, was bedeutet, dass einige Patienten ernsthaft betroffen sind. Die Rezeptgebühr – zehn Prozent, mindestens fünf, höchstens zehn Euro – ist ein ständiges Ärgernis für gesetzlich Versicherte, ähnlich wie die Praxisgebühr. Die Ausweitung der Zuzahlung auf 3.000 Arzneimittel mehr liegt an der Preiserhöhung der Hersteller. Denn unter fünf Euro bleiben die Mittel aus der Apotheke zuzahlungsfrei, mithin haben also 3.000 Medikament zum Jahreswechsel diese Grenze übersprungen. Die Pharmahersteller haben das Recht zu solchen Preiserhöhungen, sie dürfen sie per Gesetz sogar alle 14 Tage vornehmen.

Wer muss zuzahlen?
Jeder gesetzlich Versicherte, der volljährig ist, muss die Zuzahlung leisten, vor vollendetem 18. Lebensjahr entfällt sie. Erst bei Erreichen der Belastungsgrenze von zwei Prozent des persönlichen Bruttoeinkommens (bei chronisch Kranken ein Prozent) ist eine Zuzahlungsbefreiung möglich. HartzIV-Empfänger beantragen diese bei ihrer Krankenkasse.

Wie gelange ich an preiswerte Medikamente aus der Apotheke?
Es ist jedem gesetzlich Versicherten zu empfehlen, den Arzt nach zuzahlungsfreien Medikamenten zu fragen. Dieser wird sie verschreiben, wenn die Wirkung anerkanntermaßen gewährleistet ist. Auch in der Apotheke selbst kann nach diesen Austauschpräparaten gefragt werden, häufig bieten andere Hersteller den gleichen Wirkstoff in anderer Dosierung oder Packungsgröße preiswerter an. Wer online seine Medikamente bestellt, muss bei der Suche nicht den Namen und auch nicht die PZN (Pharma-Zentralnummer) eingeben, ebenfalls nicht das Krankheitsbild, sondern nach Möglichkeit den Wirkstoff. Hier empfiehlt sich eine telefonische Beratung oder von vornherein die richtige Verschreibung durch den Arzt. Es gibt diverse Sparmöglichkeiten, auch größere Packungen sind eine Alternative, weil damit durch die Zuzahlungsgrenze von zehn Euro ein faktischer Rabatt erreicht wird. Sollte das Medikament aber nicht in dieser Menge benötigt werden, lohnt sich dieser Schritt nicht.

Ein Wechsel der Krankenkasse ist zwar nicht unaufwendig, kann aber zumindest für chronisch Kranken ebenfalls hilfreich sein. Denn die Kassen schließen teilweise individuelle Rabattverträge mit den Herstellern ab und können daher ihre Mitglieder hälftig oder komplett von Zuzahlungen befreien. Vorbildwirkung haben hier die AOK und die Techniker Krankenkasse. Auch hier ist wie immer der Einzelfall zu prüfen. Zudem wäre der Patient an die Hersteller gebunden, mit denen der entsprechende Rabattvertrag existiert.

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